Andrés Reiseblog
Ich nehme euch mit, auf vergangene Reisen.

Vom Elsass zum Iseosee – eine Wohnmobilreise voller Entdeckungen, italienischem Lebensgefühl und unerwarteter Abenteuer
Mit unseren Paddylecs durch malerische Fachwerkdörfer, mit der Bahn nach Venedig und Bergamo und mit dem Wohnmobil durch die Schweiz – eine Reise voller schöner Begegnungen, persönlicher Momente und einer unerwarteten AdBlue-Panne.Reisezeit: 27.09. – 09.10.2026 Inhaltsverzeichnis
Eine Reise voller KontrasteManchmal sind es gerade die Reisen, bei denen nicht alles nach Plan läuft, die am Ende besonders lange in Erinnerung bleiben. Unsere Wohnmobilreise führte uns zurück ins wunderschöne Elsass und anschließend durch die Schweiz an den italienischen Iseosee. Zwischen farbenfrohen Fachwerkhäusern, Weinbergen und historischen Städten genossen wir unsere Fahrradtouren mit den Paddylecs. Wir entdeckten Colmar, kehrten nach Riquewihr zurück und freuten uns über ein unerwartetes Wiedersehen mit unseren Freunden Bine und Daniel. Am Iseosee erwarteten uns herrliche Sonnenaufgänge, entspannte Stunden am Wasser und abwechslungsreiche Ausflüge. Mit dem Fahrrad erkundeten wir Monte Isola, mit der Bahn ging es nach Venedig und Bergamo. Dazu kamen persönliche Momente, schöne Begegnungen und jede Menge neue Eindrücke. Doch auch die weniger schönen Seiten einer Wohnmobilreise blieben uns nicht erspart. Eine gesperrte Fahrradroute machte unsere geplante Seeumrundung zunichte, und die AdBlue-Probleme unseres Wohnmobils sorgten für Nervenkitzel und eine unerwartete Werkstattrechnung. Am Ende war es eine Reise voller Gegensätze: sportlich und entspannt, geschichtsträchtig und genussvoll, manchmal aufregend und manchmal einfach wunderschön. Genau diese Mischung macht für uns das Reisen mit dem Wohnmobil aus. Unsere persönlichen HighlightsPlatz 1: Venedig – durch die Gassen schlendern, Brücken überqueren und den Markusplatz erleben Platz 2: Der Iseosee – morgendliches Schwimmen mit Blick auf die Berge Platz 3: Riquewihr – unser Wiedersehen mit dem elsässischen Lieblingsort Weitere Höhepunkte:
Die größte Herausforderung: Unser Wohnmobil mit den wiederkehrenden AdBlue-Warnmeldungen und dem Werkstattbesuch in Bad Säckingen. Gut zu wissenReiseart: Wohnmobilreise mit Fahrradtouren und Bahn-Ausflügen Unsere Fahrräder: Paddylecs – ideal, um Städte und Landschaften individuell zu erkunden Routenplanung: Komoot – hilfreich, aber bei aktuellen Wegsperrungen nicht immer auf dem neuesten Stand Schönster Morgenmoment: Der Sprung in den Iseosee bei Sonnenaufgang Städtehighlights: Venedig, Bergamo und Colmar Unser Lieblingsort im Elsass: Riquewihr Besonderes Naturerlebnis: Die Fahrt über Monte Isola mit ihren steilen Anstiegen und herrlichen Ausblicken Ungeplante Zusatzkosten: 490 Euro für die Reparatur des AdBlue-Systems Wichtigste Reiselektion: Warnmeldungen am Wohnmobil ernst nehmen und vor Fahrradtouren aktuelle Wegsperrungen prüfen. Unser Fazit: Trotz kleiner und größerer Herausforderungen nehmen wir viele schöne Erinnerungen mit nach Hause. Und die nächste Tour kommt bestimmt Mit dem Fahrrad durchs Elsass – Fachwerk, Weinberge und französisches LebensgefühlNachdem wir bei unserer letzten Reise Riquewihr als echten Geheimtipp für uns entdeckt hatten, wurde das hübsche Städtchen diesmal zu unserem Ausgangspunkt für zahlreiche Fahrradtouren. Mit unseren Paddylecs und der Routenplanung über Komoot machten wir uns jeden Tag aufs Neue auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden. Das Elsass eignet sich hervorragend für solche Entdeckungstouren. Zwischen den Weinbergen, kleinen Winzerdörfern und historischen Städten gibt es unglaublich viel zu sehen. Immer wieder führte uns der Weg vorbei an farbenfrohen Fachwerkhäusern, durch idyllische Gassen und mitten hinein in die typische Landschaft entlang der Elsässischen Weinstraße. Doch nicht nur die Landschaft hielt eine schöne Überraschung für uns bereit. Ganz zufällig trafen wir im Elsass auch auf Bine und Daniel, die ebenfalls gerade ein paar entspannte Urlaubstage in dieser wunderschönen Region verbrachten. Solche ungeplanten Begegnungen machen eine Reise doch gleich noch ein bisschen schöner. Natürlich gab es einiges zu erzählen und die Freude über das unerwartete Wiedersehen war groß. Unsere Touren führten uns unter anderem nach Colmar mit dem berühmten Viertel La Petite Venise, zur imposanten Hohkönigsburg und in die charmanten Orte Ribeauvillé, Saint-Hippolyte, Rorschwihr, Mittelwihr und Horbourg-Wihr.
Colmar – Ein Besuch im malerischen Viertel La Petite Venise Colmar gehört zu den bekanntesten Städten des Elsass und ist berühmt für seine gut erhaltene Altstadt, die bunten Fachwerkhäuser und die zahlreichen Kanäle. Besonders das Viertel La Petite Venise, also „Klein-Venedig“, zieht Besucher in seinen Bann. Entlang des Flüsschens Lauch reihen sich historische Häuser aneinander und spiegeln sich im Wasser. Die kleinen Brücken und blumengeschmückten Fassaden machen diesen Teil der Stadt zu einem besonders beliebten Fotomotiv.
Zwischen Weinbergen, Winzerdörfern und Geschichte Auch die kleineren Orte unserer Tour hatten ihren ganz eigenen Reiz. Ribeauvillé begeistert mit seiner historischen Altstadt und den mittelalterlichen Spuren seiner Vergangenheit. Saint-Hippolyte, Rorschwihr und Mittelwihr liegen in einer Landschaft, die stark vom Weinbau geprägt ist. Hier erlebt man das Elsass von seiner ruhigeren, ländlichen Seite. Horbourg-Wihr führte uns in eine andere Umgebung nahe Colmar. So abwechslungsreich unsere Ziele auch waren, eines hatten sie gemeinsam: Sie ermöglichten uns, die Region abseits einer reinen Autoreise zu entdecken und unterwegs immer wieder neue Eindrücke zu sammeln.
Die Hohkönigsburg – Ein Ausflug in die Vergangenheit Ein besonderes Ziel unserer Erkundungen war die Hohkönigsburg, die hoch über der elsässischen Ebene thront. Schon ihre Lage macht sie zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Region. Die Burg bietet einen eindrucksvollen Einblick in die mittelalterliche Festungsarchitektur und eröffnet bei guter Sicht weite Ausblicke über die Rheinebene bis hin zu den Vogesen.
Riquewihr – Ein Wiedersehen mit unserem elsässischen Lieblingsort Natürlich durfte bei unserem erneuten Aufenthalt im Elsass auch ein Besuch in Riquewihr nicht fehlen. Schon bei unserer letzten Reise hatte uns das kleine, historische Städtchen begeistert. Damals waren wir eher zufällig dort gelandet, weil die Campingplätze in Straßburg und Kehl bereits belegt waren. Aus der spontanen Alternative wurde schnell ein echtes Urlaubshighlight – und genau deshalb freuten wir uns, diesmal zurückzukehren. Bei unseren Spaziergängen durch die malerischen Gassen ließen wir uns erneut von den bunten Fachwerkhäusern, den liebevoll gestalteten Fassaden und dem besonderen Flair des Ortes verzaubern. Natürlich gehörte auch die eine oder andere Weinprobe dazu. Schließlich ist Riquewihr für seine elsässischen Weine bekannt, und was wäre ein Besuch in dieser Weinregion ohne einen kleinen Einblick in die örtliche Weinkultur? Auch die Abende genossen wir gemeinsam mit Bine und Daniel. Nach einem erlebnisreichen Tag ließen wir uns in einem Restaurant in der Stadt nieder und verbrachten bei gutem Essen und netten Gesprächen einen schönen Abend. So wurde unser Wiedersehen mit Riquewihr nicht nur zu einer Reise in vertraute Gassen, sondern auch zu einer rundum gelungenen gemeinsamen Urlaubszeit.
Durch die Schweiz nach Italien – Ein persönlicher ZwischenstoppNach unseren erlebnisreichen Tagen im Elsass hieß es für uns, Abschied zu nehmen und die Reise fortzusetzen. Unser nächstes Ziel war der wunderschöne Iseosee in Italien. Die Route führte uns durch die Schweiz, doch bevor wir unser Urlaubsziel erreichten, stand noch ein ganz persönlicher Zwischenstopp auf dem Programm. Ich wollte die Ruhestätte meines Vaters besuchen. Seine Asche wurde in einem Friedwald in der Schweiz verstreut. Für mich war es deshalb ein besonderer Moment, diesen Ort aufzusuchen und dort ein wenig innezuhalten. Allerdings gestaltete sich die Suche nach der Stelle abenteuerlicher als gedacht. Statt eines gemütlichen Spaziergangs durch den Wald bahnten wir uns unseren Weg durch Gebüsch und Geäst. Wir kämpften uns durch die Natur und mussten feststellen, dass wir uns offenbar nicht unbedingt für den besten Weg entschieden hatten. Im Nachhinein lässt sich sagen: Wären wir einfach auf dem vorgesehenen Weg geblieben, wären wir vermutlich ganz problemlos angekommen. Trotz der etwas beschwerlichen Suche war dieser Zwischenstopp für mich wichtig. Manchmal gehören zu einer Reise eben nicht nur schöne Landschaften und touristische Sehenswürdigkeiten, sondern auch persönliche Erinnerungen und Momente, die einen innehalten lassen. Anschließend setzten wir unsere Fahrt fort und machten uns auf den Weg nach Italien. Der Iseosee wartete bereits auf uns – und damit ein neuer Abschnitt unserer Reise.
Weiter Richtung Italien – Mit einem mulmigen Gefühl durch den GotthardAls wäre die abenteuerliche Suche nach der letzten Ruhestätte meines Vaters nicht schon aufregend genug gewesen, meldete sich ganz nebenbei auch noch unser Wohnmobil zu Wort. Plötzlich leuchtete die Motorkontrollleuchte auf. Wenig später kam auch noch die Warnung für den AdBlue-Tank hinzu. Na, das fing ja gut an! An einer Tankstelle in der Schweiz füllten wir zunächst den AdBlue-Tank wieder auf. Natürlich hofften wir, dass sich das Problem damit erledigt hätte und wir unsere Reise wie geplant fortsetzen könnten. Doch die Motorkontrollleuchte hatte uns bereits einen gehörigen Schrecken eingejagt. Was also tun? Wir entschieden uns, das Risiko einzugehen und weiterzufahren. Unser Ziel war der Iseosee in Italien, und so ging es weiter durch die Schweiz und schließlich durch den Gotthardtunnel in Richtung Süden. Ganz ohne Gedanken an die Warnleuchten waren wir dabei sicherlich nicht unterwegs. Aber manchmal hofft man einfach, dass sich alles zum Guten wendet. Unser Ziel war das Camping del Sole Village in Iseo, direkt am Iseosee. Der Campingplatz liegt unmittelbar am Wasser und nur etwa 800 Meter vom historischen Ortskern entfernt – eine gute Ausgangslage, um den See und die umliegenden Orte zu erkunden. Dort wollten wir erst einmal ankommen, unser Wohnmobil abstellen und in den italienischen Urlaub starten. Doch die Geschichte mit der Motorkontrollleuchte war damit noch lange nicht beendet. Was uns später noch beschäftigen sollte, erzähle ich euch an einer anderen Stelle unseres Reiseberichts. Guten Morgen, Iseosee – Ein Sprung ins kühle NassDer erste Morgen am Iseosee begann natürlich mit einer Tradition, auf die ich mich immer wieder freue: dem Sprung ins kühle Nass! Was gibt es Schöneres, als den Tag mit einem erfrischenden Bad zu beginnen und dabei die besondere Atmosphäre eines frühen Urlaubsmorgens zu genießen? Besonders schön war es, als über den umliegenden Bergen langsam die Sonne aufging und die Landschaft in ein warmes Licht tauchte. Während ringsum der Tag erwachte, konnte ich die Ruhe am See genießen. Das Wasser war erfrischend, die Luft angenehm und der Ausblick einfach herrlich. Für mich sind es genau diese kleinen Urlaubsmomente, die eine Reise unvergesslich machen. Noch bevor der eigentliche Tag mit Ausflügen und Unternehmungen beginnt, gehört der Morgen ganz allein dem See. Ein perfekter Start in unsere Zeit am Iseosee!
Mit dem Fahrrad rund um den Iseosee – Wenn Komoot an der Realität scheitertNach unserem Morgenbad machten wir uns voller Tatendrang auf den Weg. Unser Plan war ambitioniert: Wir wollten den gesamten Iseosee mit unseren Paddylecs umrunden. Die Route hatten wir mit Komoot geplant, und so starteten wir voller Vorfreude vom Camping del Sole in Iseo. Doch schon bald zeigte sich, dass digitale Routenplanung und Wirklichkeit nicht immer zusammenpassen. Als erstes landeten wir erstmal in einem Straßenmarkt. Schieben war angesagt.
An der Via Provinciale sollte unsere Route durch einen Tunnel weiterführen. Dahinter schien der geplante Straßenverlauf allerdings nicht mehr so zu existieren, wie es unsere Karte vermuten ließ. Statt einfach weiterfahren zu können, standen wir vor einem Problem. Ein Blick auf Google Maps ließ ebenfalls Zweifel aufkommen, ob die Straße hinter dem betreffenden Abschnitt überhaupt noch durchgängig befahrbar war. Also suchten wir nach einer Alternative. Wir fuhren einen Teil der Umgehungsstraße und landeten wieder am Ausgangspunkt des Versuches. Dann versuchten wir mit unseren Fahrrädern über den Berg weiterzukommen. Doch schon bald wurde klar: Das war keine gute Idee! Die Steigung war einfach zu extrem. Keine Chance, die Tour auf diesem Weg sinnvoll fortzusetzen.
Irgendwann mussten wir uns eingestehen, dass es keinen Zweck hatte. Also brachen wir unsere geplante Rundfahrt ab und machten uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Statt einer entspannten Erkundungstour hatten wir nun eine schweißtreibende Bergpartie hinter uns – und waren froh, wieder am Campingplatz anzukommen. Eine Internetrechere gab uns nun Gewissheit, warum wir nicht weiter kamen. Im Nachhinein fanden wir heraus, dass es tatsächlich Probleme mit der Rad- und Fußwegverbindung zwischen Vello und Toline gab. Am 19. September 2026 hatte sich dort ein Erdrutsch ereignet. In der Folge wurde ein rund 400 Meter langer Abschnitt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Auf dem offiziellen Tourismusportal des Iseosees wird auf diese Sperrung hingewiesen. Dort finden sich auch Informationen zur Rundtour um den See. Ob die Sperrung exakt für den von uns anvisierten Straßenabschnitt verantwortlich war, können wir nicht mit letzter Sicherheit sagen. Sie zeigt aber, dass sich die örtlichen Bedingungen ändern können, während digitale Karten nicht immer den aktuellen Stand widerspiegeln. Die entsprechende Information findet ihr hier: Visit Lake Iseo – Tour around Lake Iseo Unser Versuch, den Iseosee zu umrunden, endete damit schneller als gedacht. Manchmal hilft eben auch die beste Planung nichts, wenn die Wirklichkeit andere Wege vorgibt. An diesem Vormittag war die vernünftigste Entscheidung, umzukehren und den Tag anders zu gestalten. Unser Tipp für alle, die den Iseosee mit dem Fahrrad erkunden möchten: Verlasst euch nicht ausschließlich auf die geplante Route. Prüft vor längeren Touren auch aktuelle Sperrungen und Hinweise vor Ort. Das erspart euch im besten Fall unnötige Umwege und schweißtreibende Kletterpartien mit dem Fahrrad. Von Iseo nach Venedig – Ein Tagesausflug mit der BahnWenn man schon am Iseosee Urlaub macht, bietet sich natürlich auch ein Ausflug in eine der berühmtesten Städte Italiens an: Venedig! Also machten wir uns auf den Weg, um die faszinierende Lagunenstadt einen Tag lang zu erkunden. Statt mit dem Wohnmobil fuhren wir diesmal ganz entspannt mit der Bahn. Unsere Verbindung führte uns über Brescia und Verona nach Venedig. Für die Hinfahrt waren wir rund drei Stunden unterwegs, für die Rückfahrt sogar etwa vier Stunden. Das bedeutete zwar einiges an Reisezeit, aber unser Ziel war es wert. Schließlich hatten wir vor Ort ungefähr sechs Stunden Zeit, um Venedig auf eigene Faust zu entdecken.
Venedig – Zwischen Kanälen, Brücken und verwinkelten Gassen Schon bei der Ankunft war klar: Venedig ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß erlebt. Wir stürzten uns ins Getümmel und schlängelten uns durch die engen Gassen, vorbei an kleinen Geschäften, historischen Gebäuden und immer wieder neuen Ausblicken auf die Wasserwege der Stadt. Dabei überquerten wir zahlreiche Brücken und spazierten entlang der Kanäle, auf denen Gondeln und Boote unterwegs waren. Hinter jeder Ecke wartete ein neues Fotomotiv. Mal öffnete sich der Blick auf einen malerischen Wasserkanal, mal standen wir vor einer alten Fassade oder entdeckten einen kleinen Platz, auf dem sich das venezianische Leben abspielte. Genau diese Mischung macht Venedig so besonders: Die Stadt ist nicht einfach nur eine Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten. Es sind auch die vielen kleinen Eindrücke unterwegs, die den Besuch unvergesslich machen.
Der Markusplatz – Ein Muss bei unserem Besuch Natürlich durfte auch der berühmte Markusplatz bei unserem Rundgang nicht fehlen. Er gehört zu den bekanntesten Plätzen der Welt und bildet das historische Herz Venedigs. Umgeben von beeindruckenden historischen Gebäuden, dem Markusdom und dem markanten Campanile, ist er ein Ort, an dem Geschichte und italienisches Lebensgefühl unmittelbar aufeinandertreffen. Wir nahmen uns Zeit, die besondere Atmosphäre auf uns wirken zu lassen und die beeindruckende Architektur zu bestaunen. Gerade hier wird deutlich, wie außergewöhnlich Venedig ist: eine Stadt, deren Geschichte eng mit dem Wasser, dem Handel und ihrer einstigen Bedeutung als Seemacht verbunden ist. Natürlich blieb es nicht nur beim Markusplatz. Während unserer sechs Stunden Aufenthalt entdeckten wir viele weitere Ecken der Stadt und ließen uns einfach treiben. Bei einem Besuch in Venedig muss man nicht jede Minute durchplanen. Manchmal ist es am schönsten, ohne festes Ziel durch die Gassen zu schlendern und sich überraschen zu lassen.
Eine überraschende Begegnung mit Günther Netzer Und dann gab es noch eine ganz besondere Überraschung: Bei unserem Streifzug durch Venedig lief uns tatsächlich Günther Netzer über den Weg! Mit dieser Begegnung hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Natürlich musste dieser Moment festgehalten werden. Herausgekommen ist ein echtes Paparazzifoto – wir als aufmerksame Beobachter, Günther Netzer als unerwarteter prominenter Gast in unserem Venedig-Erlebnis. Ein bisschen Promi-Feeling gehörte an diesem Tag also ebenfalls dazu!
Sechs Stunden Venedig – Ein Tag voller Eindrücke Sechs Stunden klingen zunächst nach einer ganzen Menge Zeit, doch in einer Stadt wie Venedig vergeht sie wie im Flug. Es gibt so viel zu sehen, so viele Gassen zu entdecken und so viele Brücken zu überqueren, dass man eigentlich an jeder Ecke stehen bleiben möchte. Am Ende hatten wir einen schönen Eindruck von der Lagunenstadt gewonnen und zahlreiche Erinnerungen im Gepäck. Natürlich kann man Venedig nicht an einem einzigen Tag vollständig kennenlernen. Dafür müsste man sich deutlich mehr Zeit nehmen. Für einen ersten Besuch oder einen Tagesausflug ist es aber eine wunderbare Möglichkeit, die bekanntesten Sehenswürdigkeiten und das besondere Flair der Stadt zu erleben. Nach unserem ausgiebigen Rundgang ging es schließlich zurück zum Bahnhof. Die Rückfahrt nach Iseo dauerte mit etwa vier Stunden noch einmal länger als die Hinfahrt. Zusammen mit den rund drei Stunden für die Anreise war es ein langer Tag, aber einer, der sich für uns gelohnt hat.
Mit dem Boot und den eigenen Fahrrädern hinüber auf die InselAm nächsten Tag stand wieder ein Fahrradausflug auf unserem Programm. Diesmal wollten wir Monte Isola erkunden, die größte Insel im Iseosee. Dafür fuhren wir zunächst nach Sulzano, wo wir mit dem Boot und unseren Paddylecs auf die Insel übersetzten. Schon die Überfahrt war ein schöner Auftakt für unseren Ausflug. Vom Wasser aus konnten wir die Insel mit ihren kleinen Ortschaften und den bewaldeten Hängen betrachten. Und natürlich war es praktisch, unsere eigenen Fahrräder dabeizuhaben. So konnten wir Monte Isola ganz individuell erkunden und dort anhalten, wo es uns gefiel.
Monte Isola mit dem Fahrrad – Eine Insel voller Steigungen Auf der Insel angekommen, schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg. Monte Isola ist landschaftlich wunderschön, aber wer hier entspanntes Radeln auf flachen Wegen erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Es ging ordentlich bergauf! Die Straßen schlängeln sich durch die Ortschaften und hinauf in die hügelige Landschaft. Immer wieder warteten steile Auffahrten auf uns, die uns und unsere Paddylecs durchaus forderten. Da wurde aus der gemütlichen Inselerkundung schnell eine sportliche Angelegenheit. Doch genau das machte den Ausflug auch zu einem Erlebnis. Unterwegs konnten wir die besondere Atmosphäre der Insel genießen, die kleinen Orte entdecken und immer wieder neue Ausblicke auf den Iseosee erleben. Abseits des Trubels am Festland wirkt Monte Isola angenehm entschleunigt. Hier lässt sich das italienische Inselleben auf eine ganz eigene Weise entdecken.
Unser Ziel: das Santuario della Madonna della Ceriola Unser besonderes Ziel lag hoch oben auf der Insel: das Santuario della Madonna della Ceriola. Die Wallfahrtskirche befindet sich auf dem höchsten Bereich von Monte Isola und ist ein bedeutender religiöser Ort der Insel. Der Weg dorthin hatte es allerdings in sich. Die vielen steilen Anstiege hatten uns bereits einiges abverlangt, und je nach Streckenabschnitt wurde die Fahrt zur sportlichen Herausforderung. Aber wir wollten unser Ziel natürlich erreichen. Oben angekommen, wartet nicht nur das Heiligtum, sondern auch die besondere Lage hoch über dem See. Der Aufstieg lohnt sich vor allem wegen der Aussicht auf den Iseosee und die umliegende Landschaft. Nach den anstrengenden Höhenmetern ist so ein Ausblick eine schöne Belohnung.
Ein Tagesausflug nach BergamoAm nächsten Tag machten wir uns wieder mit der Bahn auf den Weg, diesmal nach Bergamo. Die Stadt in der norditalienischen Lombardei ist besonders für ihre historische Oberstadt, die Città Alta, bekannt. Sie liegt auf einem Hügel und ist von mächtigen venezianischen Stadtmauern umgeben, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Eigentlich wollten wir mit der historischen Standseilbahn hinauf in die Oberstadt fahren. Da die Schlange davor allerdings sehr lang war, entschieden wir uns kurzerhand für die Treppe. So sparten wir uns die Wartezeit und legten gleich ein paar zusätzliche Höhenmeter zurück. Oben angekommen, erkundeten wir die Altstadt mithilfe der GetYourGuide-App. Unsere Route führte uns durch die historischen Gassen, vorbei am Jakobustor und entlang der Via Gombito und der Via Colleoni. Überall gab es alte Fassaden, kleine Plätze und interessante Details zu entdecken. Natürlich durfte auch die berühmte Piazza Vecchia nicht fehlen. Der Alte Platz bildet das historische Herz der Oberstadt und beeindruckt mit seinen prächtigen Gebäuden. Besonders sehenswert sind der Palazzo del Podestà und die umliegenden historischen Bauwerke. Auch die Kathedrale des Heiligen Alexander, die Kapelle des Heiligen Kreuzes und der Visconti-Brunnen standen auf unserem Programm. Weiter ging es zum Zitadellenplatz sowie zum San Giovanni Park und den historischen Kasematten. Dabei wurde deutlich, wie sehr Bergamo von seiner wechselvollen Geschichte und den einstigen Befestigungsanlagen geprägt ist. Unser Rundgang war abwechslungsreich und führte uns durch ganz unterschiedliche Ecken der Stadt. Dank der App konnten wir die Sehenswürdigkeiten in unserem eigenen Tempo entdecken, ohne uns an eine geführte Gruppe halten zu müssen. Bergamo hat uns mit seiner Mischung aus Geschichte, Architektur und italienischem Flair gut gefallen. Die engen Gassen, die historischen Plätze und die vielen alten Bauwerke machen die Oberstadt zu einem lohnenswerten Ziel für einen Tagesausflug vom Iseosee aus.
Ein entspannter Tag in Iseo – Stadtbummel und GeburtstagsstimmungNach unseren vielen Ausflügen rund um den Iseosee und in die umliegenden Städte gönnten wir uns einen Tag ohne große Pläne. Diesmal blieben wir einfach in Iseo und ließen es etwas ruhiger angehen. Schließlich gehört zum Urlaub nicht nur das Entdecken neuer Orte, sondern auch das bewusste Genießen der freien Zeit. Außerdem gab es wieder einen Geburtstag zu feiern! Ein schöner Anlass, den Tag ganz entspannt zu gestalten und gemeinsam die Atmosphäre des italienischen Urlaubsortes zu genießen. Wir schlenderten gemütlich durch die Gassen von Iseo, entdeckten kleine Geschäfte und ließen uns vom italienischen Lebensgefühl treiben. Besonders rund um den historischen Ortskern und die Uferpromenade gibt es einiges zu sehen. Am See entlangzugehen, die Boote zu beobachten und einfach einmal ohne Zeitdruck unterwegs zu sein, hatte seinen ganz eigenen Reiz. Nach den sportlichen Radtouren und unseren abwechslungsreichen Tagesausflügen war dieser ruhigere Tag genau das Richtige. Keine lange Zugfahrt, keine steilen Anstiege und kein straffer Zeitplan – stattdessen ein bisschen Stadtbummel, gemeinsame Zeit und Geburtstagsstimmung. Manchmal sind es gerade diese unspektakulären Urlaubstage, die besonders guttun. Und so genossen wir unseren Aufenthalt in Iseo ganz ohne Eile, bevor es wieder auf Entdeckungstour gehen sollte.
Abschied vom Iseosee – und schon wieder leuchtet die WarnlampeNach unseren schönen Tagen am Iseosee hieß es Abschied nehmen. Unser nächstes Ziel war die elsässische Gemeinde Molsheim. Doch da war ja noch unser Wohnmobil, das uns bereits auf der Hinfahrt mit einigen Warnmeldungen beschäftigt hatte. Nachdem unser Wagen zunächst problemlos wieder angesprungen war, begrüßte er uns kurze Zeit später erneut mit der Meldung „Motor kontrollieren lassen“. Auch die AdBlue-Warnung ließ nicht lange auf sich warten. Na toll! Was nun? Wir entschieden uns, die Fahrt fortzusetzen und erneut durch den Gotthardtunnel zurück Richtung Deutschland zu fahren. Die Hoffnung war groß, dass wir unser Ziel ohne weitere Zwischenfälle erreichen würden. „In 450 km kein Neustart mehr!“ – Jetzt wurde es ernst Nach ungefähr 50 Kilometern kam eine neue Warnmeldung hinzu: In 450 Kilometern sei kein Neustart des Motors mehr möglich. OHA! Jetzt wurde es wirklich ernst. Was bedeutete das genau? Durften wir unterwegs überhaupt noch anhalten? Was, wenn wir den Motor abstellten und anschließend nicht mehr starten konnten? Die Vorstellung, irgendwo auf der Autobahn liegen zu bleiben, gefiel uns überhaupt nicht. Also suchten wir nach einer Lösung. Noch von Italien aus hatten wir die erste Citroën-Werkstatt in Deutschland auf unserer Strecke herausgesucht. Unsere Wahl fiel auf eine Werkstatt in Bad Säckingen. Jetzt hieß es nur noch, diese möglichst ohne weitere Überraschungen zu erreichen. Die Rettung in Bad Säckingen Mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn schafften wir es tatsächlich bis zur Werkstatt. Dort konnte man sich endlich um unser Problem kümmern. Die Ursache lag im AdBlue-System: Durch die hohen Temperaturen hatte sich das AdBlue offenbar kristallisiert. Die Ablagerungen hatten die Funktion der Anlage beeinträchtigt, sodass die Einspritzung in die Abgasanlage nicht mehr richtig funktionierte. Immerhin hatten wir Glück im Unglück: Das benötigte Ersatzteil war vorrätig und konnte direkt eingebaut werden. Wir mussten also nicht tagelang auf eine Lieferung warten. Die Erleichterung war groß – bis wir die Rechnung sahen: 490 Euro! Auf diese zusätzliche Ausgabe hätten wir im Urlaub natürlich gerne verzichtet. Aber mit der drohenden Startverhinderung weiterzufahren und auf das Beste zu hoffen, war schließlich auch keine Lösung. Vorbeugen statt erneut schwitzen? Natürlich wollten wir wissen, ob sich solche Probleme künftig vermeiden lassen. Dabei stießen wir auf das LIQUI MOLY SCR Anti-Kristall-Additiv-Konzentrat, das der Kristallbildung im AdBlue-System entgegenwirken soll. Ob es uns künftig tatsächlich vor solchen Problemen bewahrt, wird sich zeigen. Eine Garantie gibt es natürlich nicht. Wir werden uns jedenfalls genauer damit beschäftigen und prüfen, ob das Mittel für unser Fahrzeug geeignet ist.
Endlich weiter nach Molsheim! Nach der Reparatur konnten wir endlich aufatmen. Unser Wohnmobil war wieder einsatzbereit, und wir konnten unsere Fahrt ins Elsass fortsetzen. Was für ein Abenteuer, das wir uns eigentlich ganz anders vorgestellt hatten! Statt entspannt durch die Landschaft zu fahren, hatten wir uns zwischen Warnmeldungen, Restkilometern und Werkstattbesuch wiedergefunden. Am Ende ging alles gut aus – abgesehen von der unerwarteten Rechnung. Nun freuten wir uns darauf, endlich unser nächstes Ziel zu erreichen: Molsheim im Elsass. Molsheim – Fachwerk, Störche und BugattiNach unserem Wohnmobil-Abenteuer mit der AdBlue-Warnung konnten wir am nächsten Tag endlich wieder entspannt in den Urlaub starten. Wir erkundeten Molsheim, dessen Altstadt vom Campingplatz aus bequem zu Fuß erreichbar war. Die elsässische Stadt begeistert mit historischen Fachwerkhäusern und hübschen Plätzen. Besonders sehenswert ist die Metzig, ein Renaissancegebäude aus dem Jahr 1583, das zu den Wahrzeichen der Stadt gehört.
Natürlich durfte auch ein Besuch am Storchenpark nicht fehlen. Der Storch gehört schließlich zum Elsass wie die Fachwerkhäuser und die gemütlichen Gassen. Ein weiteres Highlight war die Bugatti-Figur. Molsheim ist eng mit dem Automobilpionier Ettore Bugatti verbunden, der hier 1909 seine berühmte Automobilfirma gründete. Bis heute ist der Name Bugatti ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte.
Unser Fazit: Wunderschöne Orte, gemeinsame Erlebnisse und ein Wohnmobil mit eigenen PlänenWas für eine abwechslungsreiche Reise! Von den malerischen Fachwerkdörfern des Elsass bis zum wunderschönen Iseosee in Italien haben wir viele neue Eindrücke gesammelt, besondere Orte entdeckt und unvergessliche Momente erlebt. Im Elsass genossen wir unsere Fahrradtouren durch Weinberge und historische Städtchen. Riquewihr wurde erneut zu unserem Lieblingsort, und die zufällige Begegnung mit unseren Freunden Bine und Daniel machte die Zeit dort noch schöner. Am Iseosee erwarteten uns herrliche Sonnenaufgänge, erfrischende Morgenbäder und abwechslungsreiche Ausflüge. Wir erkundeten Monte Isola mit unseren Paddylecs, entdeckten die historische Oberstadt von Bergamo und ließen uns vom einzigartigen Flair Venedigs verzaubern. Natürlich durfte auch ein gemütlicher Tag in Iseo nicht fehlen. Doch eine Wohnmobilreise läuft nicht immer nach Plan. Unsere gescheiterte Fahrradrundfahrt am Iseosee und vor allem die wiederkehrenden AdBlue-Probleme sorgten für einige aufregende Momente. Der Werkstattbesuch in Bad Säckingen und die Rechnung über 490 Euro waren sicherlich keine Urlaubshöhepunkte. Umso größer war die Erleichterung, als wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Auch der persönliche Zwischenstopp in der Schweiz, an der letzten Ruhestätte meines Vaters, gehörte zu dieser Reise. Er erinnerte mich daran, dass Reisen nicht nur bedeutet, neue Landschaften zu sehen, sondern manchmal auch innezuhalten und sich Zeit für Erinnerungen zu nehmen. Wenn wir heute auf unsere Erlebnisse zurückblicken, bleiben vor allem die schönen Landschaften, die vielen gemeinsamen Stunden und die kleinen Geschichten am Wegesrand. Nicht alles lief perfekt, aber vielleicht macht gerade das eine Reise so lebendig. Unser Wohnmobil hatte offenbar seine ganz eigenen Vorstellungen vom Urlaub – langweilig wurde es uns jedenfalls nicht! Am Ende sind wir mit vielen schönen Erinnerungen, zahlreichen Fotos und neuen Ideen für die nächste Tour nach Hause zurückgekehrt. Und wie heißt es so schön? Nach der Reise ist vor der Reise. Unser nächstes Abenteuer kommt bestimmt! Euer André von Andrés Reiseblog |
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