Andrés Reiseblog

Ich nehme euch mit, auf vergangene Reisen.

Eine Woche Sonne und Meereswunder in Marsa Alam

Am 19. Februar 2026 begann unser kleiner Frühlingsausbruch aus dem deutschen Winter. Um 15:00 Uhr starteten wir in Düsseldorf Richtung Ägypten, um 20:00 Uhr landeten wir in Marsa Alam. Nach Visumkauf, Einreise und Kontrolle erreichten wir gegen 21:30 Uhr unser Hotel, das The Three Corners Fayrouz Plaza Beach Resort. Trotz später Stunde konnten wir noch essen, bevor wir müde, aber voller Vorfreude, unser Zimmer bezogen.


Tag 1 – Ankommen im Paradies

Der erste Morgen begann entspannt am Strand. Unser Weg führte uns direkt zur kleinen Turtle Beach. Schon nach kurzer Zeit entdeckten wir die ersten Meeresschildkröten im kristallklaren Wasser – ein magischer Moment.

Die weitläufige, gepflegte Grünanlage des Resorts hat uns besonders gefallen. Gäste, die die Hotelkette bereits zum zehnten Mal besuchen, dürfen symbolisch einen Baum pflanzen. So wächst die Anlage Jahr für Jahr weiter zu einer grünen Oase am Roten Meer heran.

Später liefen wir weiter zur bekannten Mubarak-Bucht, auch bekannt als Abu Dabbab Bay. Diese geschützte Bucht ist berühmt für ihre Seegraswiesen – und genau dort trifft man regelmäßig auf große Meeresschildkröten und mit etwas Glück auch auf eine Dugong.

An diesem Tag blieb uns die Seekuh noch verborgen – doch die Begegnung mit einer weiteren Schildkröte machte den ersten Urlaubstag perfekt.


Tag 2 – Wind, Wellen und Innenriff

Die Temperaturen lagen konstant zwischen 24 und 27 Grad – ideal für einen Winterurlaub. Allerdings war es zeitweise windig. Zwei rote Flaggen am Strand bedeuteten: Schnorcheln am Außenriff verboten. Der Wellengang hätte uns direkt ins Korallenriff gedrückt.

Also blieben wir im geschützten Innenriff und in der Mubarak-Bucht. Und auch dort zeigte sich die faszinierende Unterwasserwelt des Roten Meeres – mit bunten Rifffischen, Seegrasflächen und immer wieder Schildkröten.


Sonntag – Perfekte Bedingungen mit Freunden

Am Sonntag bekamen wir Besuch von Freunden, die im nahegelegenen The Three Corners Equinox Beach Resort wohnten. Bei windstillem, sonnigem Wetter konnten wir endlich das Außenriff erkunden.

Später beobachteten wir von den alten Riffabbrüchen unserer Hotelanlage aus mehrere große Schildkröten, die regelmäßig zum Luftholen an die Oberfläche kamen – ein faszinierendes Naturschauspiel.

Zwischen Seegras und hellem Sand entdeckten wir eine kleine Gruppe Rasiermesserfische – vermutlich der Art Aeoliscus strigatus. Mit ihren schlanken, silbrig schimmernden Körpern, die tatsächlich an eine Rasierklinge erinnern, bewegten sie sich fast senkrecht mit dem Kopf nach unten über den Meeresboden.

In perfekter Formation glitten sie dicht beieinander dahin. Durch feine, schnelle Flossenschläge wirkten ihre Bewegungen wie ein synchroner Tanz. Dieses Gruppenverhalten dient vor allem der Tarnung und dem Schutz vor Fressfeinden.

Mitten im geschützten Innenriff zog plötzlich ein Adlerrochen seine Bahn durch das klare Wasser. Elegant und nahezu schwerelos „flog“ er mit seinen großen, dreieckigen Flügeln an uns vorbei – ein faszinierender Anblick.

Adlerrochen gehören zur Gattung Aetobatus und können eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen. Mit ruhigen, kraftvollen Flügelschlägen gleiten sie scheinbar mühelos durch das Meer und wirken dabei eher wie Vögel unter Wasser als wie Fisch.

Ein stiller, eleganter Moment unter Wasser – und ein weiteres kleines Highlight unserer Schnorcheltour.


Montag – Delfine im „Dolphin House“

Um 5:30 Uhr startete unser Ausflug Richtung Süden. Nach etwa dreieinhalb Stunden Busfahrt – teils holprig – erreichten wir die Küste beim Hamata Port. Von dort ging es zwei weitere Stunden mit dem Boot hinaus zum berühmten Sataya Reef, auch bekannt als „Dolphin House“.

Sataya ist ein riesiges Hufeisenriff südlich von Marsa Alam und gilt als einer der besten Orte im Roten Meer, um Spinnerdelfine in freier Wildbahn zu beobachten.

Zunächst schnorchelten wir an einem farbenprächtigen Korallenriff. Nach dem Mittagessen an Bord kam plötzlich die Durchsage: Delfine gesichtet!

Innerhalb weniger Minuten waren wir wieder im Wasser – und plötzlich schwammen 30 bis 40 Delfine um uns herum. Für etwa 20 Minuten durften wir dieses unglaubliche Erlebnis genießen. Sie glitten unter uns hindurch, tauchten neben uns auf und wirkten vollkommen entspannt.

 

Ein unvergesslicher Moment.

Die Rückfahrt hingegen war deutlich weniger idyllisch. Holprige Straßen, Schlaglöcher und eine sehr sportliche Fahrweise sorgten eher für Kopfschmerzen als für Entspannung. Gegen 19:30 Uhr erreichten wir schließlich wieder unser Hotel.


Spaziergang nach Port Ghalib

Am Mittwoch machten wir uns zu Fuß auf den Weg nach Port Ghalib – einer modernen Marina mit Hotels, Restaurants und kleinen Geschäften. Der Ort wurde Anfang der 2000er-Jahre als touristisches Projekt entwickelt und liegt direkt neben dem internationalen Flughafen von Marsa Alam.

Mit einem kleinen Wassertaxi setzten wir über, schlenderten durch die Gassen und genossen das entspannte Flair.

Der starke Wind machte diesen Ausflug zur perfekten Alternative zum Strandtag.


Der letzte Versuch – Begegnung mit der Dugong

Der letzte volle Urlaubstag sollte die Entscheidung bringen.

Morgens waren wir wieder früh in der Mubarak-Bucht. Zunächst nur Schildkröten – vor allem die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), die hier besonders häufig vorkommt. Diese Art kann bis zu 120 cm Panzerlänge erreichen, über 150 kg wiegen und ernährt sich überwiegend von Seegras. Genau diese Seegraswiesen machen Abu Dabbab zu einem idealen Lebensraum.

Nach dem Mittagessen startete ich einen letzten Versuch. Ich wollte gerade aufgeben – da tauchte sie plötzlich auf.

Die Dugong (Dugong dugon).

Bis zu drei Meter lang und 500 Kilogramm schwer – und dennoch unglaublich ruhig und sanft. Sie spielte kurz mit einer Schildkröte, bevor sie sich dem Seegras widmete. Völlig entspannt tauchte sie zwischen den Schnorchlern auf, holte Luft und fraß weiter.

 

Die Dugong ist die einzige noch lebende Art der Familie Dugongidae und eng mit dem Manati verwandt. Weltweit gilt sie als gefährdet, vor allem durch Lebensraumverlust und Bootsverkehr. Umso besonderer war diese Begegnung.

Für mich: 10 von 10 Punkten.

Als zusätzliches Highlight entdeckte ich noch ein winziges Nadelpferdchen – einen Geisterpfeifenfisch aus der Familie der Solenostomidae. Nur etwa fünf Zentimeter groß, perfekt getarnt und kaum zu erkennen. Anders als bei Seepferdchen tragen hier die Weibchen die Eier in einer Bauchbruttasche. Sie in freier Natur zu sehen, kommt ziemlich selten vor!


Weitere Schildkrötenarten im Roten Meer

Neben der Grünen Meeresschildkröte kommt im Roten Meer auch die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) vor. Sie besitzt einen besonders kräftigen Kopf und starke Kiefer, mit denen sie Muscheln, Krebse und Seeigel knacken kann. Mit einer Panzerlänge von bis zu einem Meter gehört sie ebenfalls zu den großen Meeresbewohnern dieser Region.

Beide Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN.


Heimreise

Am 26. Februar 2026 wurden wir um 6:30 Uhr abgeholt. Um 9:15 Uhr startete unser Rückflug nach Düsseldorf, wo wir gegen 14:30 Uhr landeten. Eine Stunde später saßen wir bereits im Auto Richtung Münster.

Eine Woche Sonne, warme 25 Grad im Februar, türkisblaues Wasser, Delfine, Schildkröten – und schließlich die Dugong.

Ein perfekter Frühlingsurlaub, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

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