Andrés Reiseblog

Ich nehme euch mit, auf vergangene Reisen.

Toskana, Piemont und Elsass mit dem Wohnmobil

14 Tage zwischen Mittelmeer, mittelalterlichen Städten, Naturparadiesen und Genussmomenten

Reisezeit: 30.05. – 12.06.2026
Reiseart: Wohnmobilreise mit Fahrrädern
Route: Viareggio – Lucca – Volterra – San Gimignano – Castiglione della Pescaia – Maremma – Turin – Riquewihr


Inhaltsverzeichnis

  1. Ankommen in Viareggio – Zwischen Pinienwald und Strandkultur
  2. Lucca – Die Stadt der Mauern
  3. Volterra – Etruskerstadt über den Hügeln der Toskana
  4. Mit dem Fahrrad nach San Gimignano
  5. Castiglione della Pescaia – Perle der Maremma
  6. Fahrradtour nach Follonica
  7. Naturerlebnis Diaccia Botrona
  8. Durch den Parco della Maremma
  9. Turin – Königliche Eleganz im Piemont
  10. Riquewihr – Märchenhaftes Elsass
  11. Unser persönliches Fazit

Eine Reise voller Kontraste

Manchmal sind es genau die Reisen, die ohne große Erwartungen beginnen, die am Ende die schönsten Erinnerungen hinterlassen.

Unsere Wohnmobiltour führte uns Anfang Juni 2026 zunächst an die toskanische Küste. Von dort ging es weiter durch historische Städte, über sanfte Hügellandschaften und durch einzigartige Naturschutzgebiete. Mit unseren Fahrrädern erkundeten wir mittelalterliche Orte, beobachteten Wildtiere in der Maremma und ließen uns vom italienischen Lebensgefühl treiben.

Doch die Reise endete nicht in Italien. Mit Turin als letztem großen Ziel im Piemont führte uns der Heimweg noch ins Elsass, wo wir mit dem malerischen Riquewihr einen der schönsten Orte unserer Tour entdeckten.

Diese Reise war eine Mischung aus Aktivurlaub, Kulturreise und Genuss – genau die Art von Abenteuer, die wir lieben.


Unsere persönlichen Highlights

Platz 1: Die mittelalterliche Skyline von San Gimignano

Platz 2: Die ursprüngliche Natur im Parco della Maremma

Platz 3: Die vollständig erhaltene Stadtmauer von Lucca

Weitere Höhepunkte:

  • Der Ausblick von der Burg von Castiglione della Pescaia
  • Die überraschend elegante Atmosphäre von Turin
  • Die Fachwerkromantik von Riquewihr

Gut zu wissen

Gefahrene Fahrradkilometer: über 200 km

Längste Tour: Parco della Maremma mit 74 km

Schönste Altstadt: San Gimignano und Riquewihr

Größte Überraschung: Turin

Schönster Campingplatz: Maremma Sans Souci

Naturhighlight: Maremma-Rinder, -Esel und Wildpferde

Kulinarischer Genussmoment: Weinprobe in Riquewihr sowie Pizza, Pasta und italienisches Markttreiben auf dem Porta-Palazzo-Markt in Turin


Viareggio – Ankommen an der toskanischen Küste

Viareggio gilt als eines der bekanntesten Seebäder der Toskana. Die Stadt entwickelte sich vom kleinen Hafenort zu einem beliebten Badeort und ist heute für ihre langen Sandstrände, die elegante Strandpromenade und den berühmten Karneval bekannt. Bereits im 19. Jahrhundert zog die Stadt wohlhabende Urlauber an.

Hier begann unser Urlaub. Das erste Meeresrauschen, die warme Mittelmeerluft und die Vorfreude auf die kommenden Wochen ließen den Alltag schnell in den Hintergrund rücken.


Lucca – Die Stadt der Mauern und Türme

Schon beim Betreten der Altstadt wurde uns klar, warum Lucca als eine der schönsten Städte der Toskana gilt. Die vollständig erhaltene Renaissance-Stadtmauer umschließt die historische Altstadt und verleiht der Stadt ihren ganz besonderen Charakter.

Unser erster Weg führte uns zum wohl bekanntesten Wahrzeichen Luccas, dem Torre Guinigi. Der knapp 45 Meter hohe Turm wurde im 14. Jahrhundert von der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Guinigi errichtet und ist weltweit einzigartig. Auf seiner Spitze wachsen mehrere Steineichen, die dort bereits seit Jahrhunderten für einen kleinen Dachgarten sorgen.

Nach dem Aufstieg über mehr als 200 Stufen wurden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Von oben lag uns ganz Lucca zu Füßen. Über die roten Dächer der Altstadt hinweg schweifte der Blick bis zu den sanften Hügeln der Toskana und den fernen Apuanischen Alpen. Für uns war dies einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Reise.

Anschließend besuchten wir den beeindruckenden Dom San Martino. Die Kathedrale prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild und besticht durch ihre kunstvoll gestaltete Marmorfassade. Im Inneren befinden sich zahlreiche bedeutende Kunstwerke sowie das berühmte Volto Santo, ein verehrtes hölzernes Kruzifix, das eng mit der Geschichte Luccas verbunden ist.

Natürlich durfte auch ein Besuch der Piazza dell’Anfiteatro nicht fehlen. Der runde Platz gehört zu den bekanntesten Orten der Stadt und entstand auf den Grundmauern eines römischen Amphitheaters aus dem 2. Jahrhundert. Noch heute lässt die ovale Form die ursprüngliche Nutzung deutlich erkennen. Umgeben von farbenfrohen Häusern, kleinen Cafés und Restaurants herrscht hier eine ganz besondere Atmosphäre.

Lucca hat uns mit seiner entspannten Art, seiner Geschichte und seinen einzigartigen Sehenswürdigkeiten begeistert. Die Mischung aus mittelalterlichem Flair, beeindruckender Architektur und typisch italienischem Lebensgefühl macht die Stadt zu einem absoluten Höhepunkt jeder Toskana-Reise.


Campingabenteuer bei Volterra

Von der Küste ging es ins Landesinnere. Unser Campingplatz Belvedere Le Balze bei Volterra bot einen traumhaften Blick über die toskanische Hügellandschaft.

Die ehemalige Etruskerstadt thront auf einem Hügel und begeistert mit ihrer jahrtausendealten Geschichte. Heute ist sie vor allem für ihre Alabasterkunst, ihre mittelalterlichen Gassen und das beeindruckende römische Theater bekannt.

Am Abend genossen wir die Ruhe der Landschaft und beobachteten, wie die Sonne die Hügel der Toskana in warme Goldtöne tauchte.


Mit dem Fahrrad nach San Gimignano

Ein besonderes Highlight war unsere rund 30 Kilometer lange Radtour durch die toskanische Hügellandschaft nach San Gimignano.

Schon von weitem waren die berühmten Geschlechtertürme sichtbar. Einst ragten hier über 70 Türme in den Himmel. Heute sind noch 14 erhalten, die der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter verleihen. San Gimignano gehört deshalb zum UNESCO-Welterbe.

Beim Schlendern durch die engen Gassen fühlten wir uns wie auf einer Reise ins Mittelalter. Die Stadt hat uns so beeindruckt, dass wir sie jedem Toskana-Reisenden empfehlen würden.


Camping Maremma San Souci – Zurück ans Meer

Weiter ging es nach Castiglione della Pescaia zum Camping Maremma San Souci.

Nur wenige Gehminuten trennten uns vom Meer. Nach der Ankunft hieß es erst einmal: ab in die Wellen und die Sonne genießen.

Am Abend erkundeten wir die Altstadt und stiegen hinauf zur Burg. Von dort bot sich ein herrlicher Blick über die Dächer der Stadt, die Küste und das tiefblaue Mittelmeer.


Fahrradtour nach Follonica

Mit dem Fahrrad ging es entlang der Küste in Richtung Follonica. Die Strecke führte teilweise über stärker befahrene Straßen, doch immer wieder wurden wir mit wunderschönen Ausblicken auf das Meer und die toskanische Landschaft belohnt.

Unterwegs kamen wir außerdem an den typischen Amiata- bzw. Maremma-Eseln (Asino dell’Amiata) vorbei. Diese alte, ursprünglich toskanische Eselrasse ist eng mit der Region rund um den Monte Amiata und die Maremma verbunden.

Die Tiere gelten als robuste, mittelgroße Hausesel mit einem charakteristischen grauen Fell, dunklem Aalstrich auf dem Rücken und typischen dunklen Streifen an den Beinen. Besonders auffällig ist die sogenannte „Kreuzzeichnung“ im Schulterbereich, die der Rasse ihren Wiedererkennungswert verleiht. Ursprünglich wurden sie vor allem als Last- und Arbeitstiere in bergigem Gelände eingesetzt, da sie sich durch ihre Trittsicherheit und Ausdauer auszeichnen. Heute sind sie in der Toskana eher selten geworden und werden häufig im Rahmen von Erhaltungszuchten, Naturparks oder touristischen Projekten gehalten.

In Follonica selbst besuchten wir den Markt, tauchten in das lebendige italienische Treiben ein und stärkten uns mit Pizza und Pasta – genau so, wie man es sich im Urlaub wünscht.

Der Rückweg wurde dann zu einem echten Highlight: Über Komoot fanden wir eine alternative Route, die uns teilweise wieder direkt entlang der Küste führte. Mit jedem Tritt in die Pedale öffnete sich der Blick weiter über die Bucht, das glitzernde Meer und bis hin zur Insel Elba am Horizont.

Dieser Abschnitt der Tour gehörte definitiv zu den schönsten Momenten des Tages – pure Toskana, wie aus dem Bilderbuch.


Auf Flamingo-Suche in der Diaccia Botrona

Ein weiteres Naturerlebnis erwartete uns in der Riserva Naturale Diaccia Botrona.

Eigentlich wollten wir Flamingos beobachten. Stattdessen begegneten uns zahlreiche Seidenreiher, unzählige Insekten und beeindruckende Wespen auf den Distelblüten.

Auch wenn die Flamingos ausblieben, zeigte sich die Natur von ihrer faszinierenden Seite.


Durch den Parco della Maremma

Mit 74 Kilometern war dies eine unserer längsten Touren.

Der Regionalpark Maremma umfasst rund 9.000 Hektar geschützte Natur zwischen Meer, Pinienwäldern, Sümpfen und den Hügeln der Uccellina. Hier leben zahlreiche Vogelarten, Wildtiere und die berühmten Maremma-Rinder.

Unterwegs begegneten wir den imposanten Maremma-Rindern, wilden Pferden und verschiedenen Reptilien. Die Landschaft wirkte vielerorts nahezu unberührt.


Turin – Königliche Eleganz im Piemont

Nach den intensiven Naturerlebnissen in der Maremma führte uns die Reise weiter nach Turin im Piemont.

Entlang des Flusses Po radelten wir entspannt in die Innenstadt und erreichten eine Stadt, die uns sofort mit ihrer besonderen Mischung aus Eleganz, Geschichte und Weitläufigkeit beeindruckte.

Turin war im Zuge der Einigung Italiens von 1861 bis 1865 die erste Hauptstadt des vereinigten Italiens. Erst danach wurde der Regierungssitz nach Florenz und später nach Rom verlegt. Diese historische Rolle spürt man der Stadt bis heute an – in ihrer Architektur, ihren Palästen und ihrer großzügigen Stadtplanung.

Zu den absoluten Höhepunkten gehörte das weltberühmte Ägyptische Museum (Museo Egizio), das nach Kairo als eines der wichtigsten seiner Art gilt. Ebenso beeindruckten uns die prachtvollen Palastanlagen der Savoyer, die mit ihrer barocken Architektur zum UNESCO-Welterbe gehören.

Auch die Porta Palatina, eines der am besten erhaltenen römischen Stadttore Italiens, zeigte eindrucksvoll die zweitausend Jahre alte Geschichte der Stadt.

Ein besonderes Erlebnis war der Aufstieg zur Kirche Santa Maria del Monte dei Cappuccini. Von hier oben bot sich uns ein fantastischer Panoramablick über Turin, den Po und bis zu den Alpen – ein Moment, der die Größe und Schönheit der Stadt perfekt zusammenfasste.

Im Parco del Valentino, direkt am Fluss gelegen, legten wir eine entspannte Pause ein. Bei einem Aperol Spritz genossen wir das ruhige, fast schon mediterrane Flair mitten in der Stadt – ein wunderbarer Kontrast zur lebendigen Innenstadt.

Natürlich durfte auch ein Besuch des Porta Palazzo Marktes nicht fehlen. Er gilt als einer der größten Freiluftmärkte Europas und ist ein echtes Erlebnis für alle Sinne: frisches Obst, Gemüse, Käse, Gewürze und ein buntes Treiben aus Händlern und Besuchern aus aller Welt.

Das bekannteste Wahrzeichen von Turin ist die Mole Antonelliana.

Sie wurde im 19. Jahrhundert ursprünglich als Synagoge geplant und ist heute das markanteste Gebäude der Stadt. Mit ihrer Höhe von rund 167 Metern prägt sie die Skyline deutlich.

Heute befindet sich darin das Nationalmuseum für Kino, außerdem kann man mit einem Aufzug bis zur Aussichtsplattform fahren und hat dort einen großartigen Blick über Turin bis hin zu den Alpen.


Riquewihr – Märchenhafter Abschluss im Elsass

Auf dem Heimweg legten wir noch einen spontanen Stopp im Elsass ein. Eigentlich war ursprünglich eine Übernachtung im Raum Straßburg bzw. Kehl geplant, doch aufgrund komplett ausgebuchter Campingplätze entschieden wir uns kurzfristig für eine Alternative – und das stellte sich im Nachhinein als absoluter Glücksgriff heraus.

Unser Ziel war das wunderschöne Riquewihr.

Schon bei der Ankunft wurde klar, warum dieser Ort als einer der schönsten im Elsass gilt. Nach einer Weinprobe in der Region und einem gemütlichen Abendessen tauchten wir direkt in die besondere Atmosphäre des Ortes ein.

Riquewihr ist ein echtes Juwel der elsässischen Weinstraße: perfekt erhaltene Fachwerkhäuser, farbenfrohe Fassaden, blumengeschmückte Fenster und enge, verwinkelte Gassen schaffen ein nahezu filmreifes Bild. Viele der Gebäude stammen aus dem Mittelalter und der Renaissance und verleihen dem Ort seinen unverwechselbaren Charakter.

Gerade in den Abendstunden, wenn die Tagesgäste verschwinden und Ruhe einkehrt, entfaltet Riquewihr seinen besonderen Zauber. Dann wirkt das Dorf fast wie aus einer anderen Zeit.

Für uns war dieser spontane Stopp ein echtes Highlight und gleichzeitig der perfekte Abschluss einer intensiven Reise. Was ursprünglich nur eine Ausweichlösung war, entwickelte sich zu einem absoluten „Hitspot“, den wir jederzeit wieder wählen würden.

Riquewihr hat uns nicht nur überrascht, sondern begeistert – und gezeigt, dass die schönsten Momente oft dann entstehen, wenn man keine festen Pläne mehr hat.


Fazit der Reise

Die Toskana begeistert nicht nur mit ihren weltberühmten Postkartenmotiven, sondern vor allem durch ihre Vielfalt. Zwischen Küste, Hügellandschaften, mittelalterlichen Städten und weitläufigen Naturparks fanden wir jeden Tag neue Eindrücke.

Zusammen mit dem kulturellen Reichtum Turins und dem märchenhaften Charme des Elsass entstand daraus eine Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Manche Orte haben uns überrascht, andere unsere Erwartungen übertroffen. Doch genau das macht das Reisen mit dem Wohnmobil aus: die Freiheit, Neues zu entdecken und jeden Tag selbst zu entscheiden, wohin die Reise als Nächstes führt.

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